So

05

Jan

2014

Die letzten Tage in Singapur

Wieder ausgeschlafen ging es am 2. Januar nach dem Frühstück zum Flughafen und zurück nach Singapur. Wir sind mit Jet Airways geflogen, die man wirklich empfehlen kann, auf dem eher kurzen Flug gab es ein Essen und sie haben sogar Monitore im Sitz in der "kleinen" Maschine. Und was gibt es Schöneres als am Changi Airport zu landen ;-), hier wars auch gleich ein paar Grad wärmer als in Indien. Durch die Zeitverschiebung von nochmal 2,5 Stunden nach vorne, war der Tag bis wir im Hotel waren auch schon wieder vorbei. So haben wir nur noch schnell etwas gegessen.

Diesmal machen wir uns auf den Weg nach Sentosa. Die Insel kennen wir nämlich noch nicht und schon das Hinfahren ist ja fast ein Highlight. Mit der Cable Car Bahn, also einer Seilbahn fahren wir rüber:

 

Sentosa ist mehr so eine "Plastikwelt", uns erinnert es an Las Vegas. Man kann hier recht viele Sachen anschauen, aber es hat auch alles seinen Preis. Uns interessiert das Aquarium. Davor wollen wir noch einen Trail laufen, einen Dschungeltrail. Der Trail ist wirklich amüsant, teils echt, teils angelegt fühlt man sich ein bißchen wie in Fluch der Karibik:

 

Da wir die einzigen sind, die hier rumlaufen, machts richtig Spaß!
Danach setzen wir uns in den Bus und fahren zum Aquarium. Dort kommen wir keine Minute zu früh an, kaum stehen wir am Eingang, fängts auch schon an zu tröpfeln und es schüttet kurzzeitig was geht. Diese Regenschauer in Asien sind einfach der Hammer.

Das Aquarium hält auch wirklich, was es verspricht. Das Highlight war das riesige Becken mit vielen großen und kleinen Fischen, einfach toll! Die Fütterung haben wir auch mitbekommen, da waren dann ein paar Taucher unterwegs:

Wir sind sehr angetan, kommen nach 3 Stunden wieder raus und wissen gar nicht, wo die Zeit einfach so hin ist.
Vom Regen sieht man auch nichts mehr, so setzen wir uns wieder in den Bus und fahren zum Strand. Auch hier wieder so ne Mischung aus "echt" und angelegt, es fehlt nur noch Captain Jack Sparrow! Hat aber auch seinen Flair:

Und so waren wir gleich mal am südlichsten Eck von Kontinentalasien:

Heute Abend sind wir noch mit Nen verabredet. Und wir müssen uns ranhalten, also zurück mit der Seilbahn und auf dem schnellsten Wege ins Hotel, umziehen und ins Taxi, so schaffen wir es auf die Minute. Nen hat ein Thai Restaurant in Chinatown ausgesucht, einen Arbeitskollegen mitgebracht und wir essen lecker Thai Barbecue:

Der Abend verfliegt nur so und einiges, was wir in Reportagen über Singapur gehört haben, bekommen wir heute bestätigt. So muss man, wenn man in Singapur ein Auto fahren möchte eine Genehmigung der Stadt erwerben, die kostet 90.000 Singapur Dollar. Bei aktuellem Kurs sind das so 53.000 Euro. Dann hat man die Genehmigung für die nächsten 10 Jahre und kann sich ein Auto kaufen, das auch wieder Unmengen an Steuern kostet. So schaffen sie es, dass Singapur nicht im Verkehrschaos untergeht und haben zudem auch ein sehr gutes Nahverkehrssystem.
Bester Laune machen wir uns gegen Mitternacht auf den Heimweg, diesmal zu Fuß, denn wir wohnen zwischen Chinatown und dem Clarke Quay. Wir freuen uns auch schon auf April, denn da kommt Nen wieder nach München und geplant ist ein Abend in der Karaokebar in München :-)!

Am nächsten Tag ist das Wetter unglaublich schwül. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg und kommen so durch den Fort Canning Park:


durch das Finanzviertel:

 

an einer Kirche:

 

einem Kriegerdenkmal:

 

und dem Theater:

 

vorbei zum Hafen.


Dort flüchten wir vor der Hitze in die Mall und haben auch wieder richtig Glück, wir sind noch keine 5 Minuten da, als es wieder ordentlich zu Regnen anfängt. Eigentlich wollten wir heute ja noch mehr sehen, aber das Wetter macht uns fix und fertig und so beschließen wir, uns auf ein Nap ins Zimmer zurückzuziehen.
Leider fängt es später erst richtig an und gewittert immer mal wieder. So gibts lecker Sushi in der Nachbarschaft, da kommen wir hin ohne groß nass zu werden.

Und schon ist er da, der letzte Tag unseres Urlaubs. Diesmal fliegen wir abends, so dass wir zumindest den Tag noch in Singapur verbringen können. Das Wetter hat sich immer noch nicht so richtig beruhigt. Es nieselt den ganzen Tag, dafür ist es aber weniger schwül, sondern sehr, sehr angenehm. So starten wir auch einfach wieder zu Fuß und peilen diesmal den Hafen von der anderen Seite aus an. Als es stärker zu Regnen anfängt flüchten wir in eine Mall, später schauen wir beim Merlion vorbei:

 

schlendern durch den "Gardens by the bay":

Leider ist der Höhenweg wegen Rutschgefahr heute gesperrt. Auf dem Rückweg schauen wir uns das Marina Bay Hotel mal von Innen an und genießen noch die Atmosphäre am Hafen:

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Mi

01

Jan

2014

Just use the tree!

In Tiruvannamalai setzen wir uns mal wieder in den Bus. Diesmal dauerts ein bißchen länger, denn wir fahren gleich bis nach Chennai.

Da wir Silvester in Chennai verbringen, haben wir uns ein größeres Hotel mit Dachterrasse ausgesucht. Ich glaube fast, wir sind die ersten Gäste, die mit dem Tuk Tuk und Rucksäcken hier vorgefahren sind. Bevor wir auf der Dachterrasse Abendessen können, muss sich Christian auch noch mal schnell umziehen, denn hier gibts einen Dresscode: lange Hosen ;-).
Das Abendessen gabs dann mit dieser Sicht:

 

Es ist nur unerwartet kühl da oben. Und so ziehen wir uns trotz toller Sicht bald in unser Zimmer zurück und ich gönne mir eine heiße Dusche! Also so ne richtige Dusche, kein Mandi wie sonst meist.

Der nächste Tag beginnt mit dem Frühstücksbuffet und hier ist das eher ein Brunch-Buffet, denn es gibt bereits zum Frühstück Currys und Reis oder Nudeln mit Gemüse und auch sonst alles, was das Herz begehrt und das alles untermalt von Weihnachtsliedern. Heute steht Shoppen auf dem Programm. Dafür wohnen wir auch perfekt, denn die Straße runter kommt ein Geschäft nach dem anderen und so kleiden wir Christian mal ein. Zu einer Mall schauen wir später auch noch:

Weihnachtliche Stimmung in der Mall
Weihnachtliche Stimmung in der Mall

 

Am letzten Tag des Jahres besuchen wir das Vivekanandahaus:

 

Swami Vivekananda hat 1893 beim Weltparlament der Religionen eine Rede gehalten, die man hier als 3D Film anschauen kann.
Über 100 Jahre ist diese Rede alt und doch top aktuell! Leider wird die Bücherei gerade umgebaut, hier gibt es bestimmt interessante Dinge zu lesen.
Das Haus wurde ursprünglich einmal zur Aufbewahrung von Eis genutzt, das per Schiff von Amerika kam. Heute eigentlich nicht mehr vorstellbar.

Einmal über die Straße und schon waren wir hier:

 

Nein, das ist keine Wüste. Das ist der Strand von Chennai, der, wie uns ein Rikschafahrer erklärt der 2. längste der Welt und wie ich leise zu Christian meine, wohl auch der hässlichste der Welt ist:

 

Das Fort-Museum schauen wir uns auch noch an. Am besten gefallen uns die Portraits der ehemaligen Könige und Königinnen. Ansonsten fand ich es jetzt eher langweilig.

Zuletzt stand noch eine Kirche auf dem Programm:

 

und dann wars Zeit für einen Mittagsschlaf, denn heute ist ja Silvester.

Wir haben uns nämlich schon beim Check In Karten für die "Couple"-Silvesterparty mit Salsatänzern auf der Dachterrasse organisiert. Pünktlich um 8 Uhr waren wir auch oben:

 

Es dauerte noch ein bißchen und dann begann auch das Programm, neben den Salsatänzern gab es nämlich auch Spiele, moderiert und koordiniert von einer jungen Moderatorin. Wir als einziges westliches Paar noch dazu in indischer Kleidung wurden natürlich sofort gefragt, ob wir nicht mitspielen wollen. Christian meine dann "later", was uns noch zum Verhängnis wurde, aber dazu später.
Erstmal mussten die 4 Paare in einer Minute so viele Luftballone wie nur möglich aufblasen, und die Gewinner bekamen ein Topfset. Es gab natürlich auch etwas zu Essen, nämlich ein riesiges Buffet! Noch ein Spiel, nur für Männer, die mussten einen Keks von der Stirn in den Mund bringen, ohne Hände natürlich. Und schon stand sie wieder bei uns, die Moderatorin und da wir dachten, sowas bringen wir schon hin, haben wir uns bereiterklärt mitzumachen.

3 Paare waren wir dann und die Erklärung des Spiels ging ungefähr so: "Wie in den 60er Jahre Bollywood Filmen (die Menge war gleich ganz begeistert) sollen wir irgendwie von verschiedenen Seiten der Tanzfläche zu einem Baum (dafür haben sie dann schnell noch einen Ober auf der Tanzfläche plaziert) laufen, wie Roboter (??!!) und dann den Baum einbeziehen" Das Wort tanzen fiel übrigens kein einziges mal!! Na Prima.
Wir haben dann den ersten mal zugeschaut...... und ich hab sicherheitshalber der Moderatorin nochmal erklärt, dass wir noch nie so einen Film gesehen haben, aber sie meinte, das sei kein Problem: "just use the tree!!!"

Ich weiß ja nicht, aber ich befürchte fast, der 1. Gedanke eines Deutschen bei dem Satz hat wenig mit Tanz zu tun.... wie auch immer.....wir haben versucht das Beste aus der Situation zu machen und erst später mit Erschrecken gesehen, dass viele mitgefilmt haben.....
Aber immerhin haben wir Platz 2 gemacht :-)!

Und alles in allem war es eine total lustige Party und ein super Start ins Jahr 2014!

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Mo

30

Dez

2013

Und weiter gehts

Weiter gehts nach Trichy. Trichy ist der geografische Mittelpunkt von Tamil Nadu und aus unserer Sicht mit fast 1 Millionen Einwohner ganz schön groß. Aus Sicht der Inder jedoch ist es eher eine kleine Stadt. Dort liegen die meisten Hotels direkt am Busbahnhof, so müssen wir nur die Straße überqueren und sind auch schon da.

 

Da es noch ein paar Stunden hell ist, machen wir uns gleich zum höchsten und größten Vishnu Tempel auf. Lt. unserem Reiseführer kann man da bequem mit dem Bus hinfahren. Also kämpfen wir uns wieder über die Straße und suchen den Bus. Für gerade mal 6 Rps pro Nase gehts dann auch gleich los. Es hätte nur auch im Reiseführer stehen können, dass man ganze 40 Minuten braucht, bis man mal ankommt. Auch hier am Tempel ist die Hölle los. Unglaublich, wie die hier in den Menschenmassen immer noch mit Motorrädern durchfahren und Kühe und Hunde sind ja auch immer irgendwo dazwischen.
Eigentlich kostet der Tempel keinen Eintritt, es gibt aber einen "Viewing Point" also einen Aussichtspunkt, der kostet 10 Rps pro Mann und 50 Rps pro Kamera. Und das ist ständig so, der Eintritt für uns kostet immer um einiges weniger, als der Eintritt für die Kameras, "Videos" sind sogar noch teurer. Es scheint sich wohl noch nicht rumgesprochen zu haben, dass man mit Kameras auch filmen kann :-).
So sieht es aus, wenn man auf dem Aussichtspunkt ist:


Diesmal lassen wir uns den Tempel von einem Guide zeigen. Einiges wissen wir ja schon und ein paar neue Fakten über die Götter erfahren wir so auch. So bekommt man bei einem Vishnu Tempel keinen Punkt auf die Stirn, sondern einen Teelöffel voll heiligem Wasser in die Hand, das man dann trinkt. Wir lassen das lieber mal.
God, erklärt uns der Guide, ist die Abkürzung für die wichtigsten indischen Götter:
G  für Generator, also Schöpfer:   Brahma
O  für Operator,  also Erhalter:   Vishnu
D  für Destroyer, also Zerstörer:  Shiva
Der Tempel ist wirklich riesig und gefällt uns ganz gut.


Bis wir raus kommen, ist es fast dunkel. Wir setzen uns wieder in einen Bus und werden mit Schauen nicht fertig. Unglaublich sind die Menschenmassen, die wir auf den Straßen sehen! Ich glaube, wenn ganz Ingolstadt auf der Straße wäre, dann wären dort immer noch weniger Menschen zu sehen als hier.
Endlich wieder am Busbahnhof gehen wir gleich ins Nachbarhotel, dort gibt es nämlich eine Dachterrasse und wie sich herausstellt Bier (das gibts ganz ganz selten) und leckeres Essen. Auf dem Heimweg lernen wir zufällig einen Professor für Französisch und Deutsch kennen, der uns einlädt morgen am College vorbei zu schauen.


Und so machen wir uns nach dem Frühstück auf zum Jamal Mohamed College. Da heute ja Weihnachten ist, ist kein Unterricht, aber es sind trotzdem einige Professoren und Studenten da. Professor Siraj zeigt uns alles und so schütteln wir viele Hände und machen noch mehr Fotos:

Sehr interessant!  

Später schauen wir uns den Rock Fort Tempel an. Es gibt ganz tolle Bilder von diesem Tempel im Internet, aber um den so aufs Bild zu bekommen, muss man wohl mit dem Hubschrauber unterwegs sein, glauben wir ;-). Auch hier, also auf dem Weg dorthin ist extrem viel los. Am Eingang muss man natürlich wieder die Schuhe abgeben und der Aufstieg geht los. Das erinnert uns ein bißchen an den Mt. Popa in Myanmar, nur dass hier keine Affen sind. Oben windets gescheit und es sieht aus, als ob es heute noch regnen wird. Uns langts erstmal, der Trubel ist einfach zu viel und so fahren wir in unser schönes ruhiges Zimmer zurück.
Abends gibts auf unserer Dachterrasse ein leckeres Weihnachstessen und zur Feier das Tages haben wir unsere indischen Sachen angezogen.

An unserem letzten Tag in Trichy gehen wir es ruhig an, schlafen also erstmal aus und fahren zur Kirche, es ist ja schließlich Weihnachten ;-). Die Lourdes Kirche ist wirklich sehenswert. Schon von Außen sieht sie sehr schön aus.

 

Man muss sogar hier die Schuhe ausziehen. Innen gibt es gar keine Bänke, sondern nur hinten ein paar Plastikstühle. Gebetet wird am Boden, d.h. die Menschen knien im vorderen Bereich der Kirche, manche liegen auch mal kurz direkt vor dem Altar.

 

Wir schauen uns das eine Weile an. Und ich finde es immer wieder spannend wie anders die Atmosphäre in Kirchen hier in Indien ist und wie unterschiedlich die Menschen ihren Glauben zeigen.
Ein bißchen erkunden wir noch die Gegend, bevor wir uns bei der benachbarten Bakery einen leckeren Kuchen besorgen.

Für den nächsten Tag organisieren wir uns einen Fahrer. Wir wollen nämlich nach Tiruvannamalai. Da das nicht auf der Hauptstrecke nach Chennai liegt, wäre Busfahren langwierig und man müsste umsteigen. Mit Fahrer machen wir einen kleinen Schlenker, so dass wir bei Gengji vorbeikommen. Unser Fahrer ist ein netter junger Mann, den wir leider nur ganz schwer verstehen. Wir fahren auf einem Highway, auf dem es wohl keine Regeln gibt, wo die Langsameren zu fahren haben. So bewegt man sich meist in Schlangenlinien vorwärts, manchmal kommt einem ein Motorrad entgegen, Fußgänger überqueren die Straße und Affen sitzen auch mal mitten auf der Fahrbahn rum. Das Highlight unseres Fahrers war ein Mercedes, der uns überholt hat, obwohl wir doch schon 100 kmh schnell waren, wie er meinte.

Gengji ist ein Fort, also so eine Art Ritterburg, von der unser Reiseführer meint, es sähe aus, wie aus Herr der Ringe:

Wir kommen pünktlich zur heißesten Zeit des Tages an, machen uns aber guten Mutes an den Aufstieg. Der Weg führt über Treppen aus Steinen nach oben.

Die Stufen sind also nie eben, gleich hoch oder gleich breit und manchmal ist es ganz schön steil. Nach einer halben Stunde kommen wir nass geschwitzt oben an. Aber es lohnt sich:

 

In Tiruvannamalei mieten wir uns im "Ashram Viertel" ein. Wow, so viele westliche Touristen haben wir in den letzen Wochen nirgends auf einmal gesehen. Alle sehr alternativ und im Hippielook gekleidet. Als wir abends auf die Straße kommen, ist dort gerade ein kleines Feuerwerk. Heute ist nämlich ein Fest und es findet auf der Straße eine Prozession statt. Vorne weg fährt ein Wagen mit lauter Musik, dann kommen Männer, die (komische) Lampen tragen, ein paar Trommler, 2, die auf Muscheln blasen und ein Wagen mit einem Blumenrad und einem heilige Mann, der weißen Puder verteilt.

 

Es geht Etappenweise und in einer ohrenbetäubenden Lautstärke die Straße entlang und bei jedem Stop bekommen die Einheimischen den Puder in die Hand, den sie sich dann auf die Stirn reiben. Wir laufen ein ganzes Stück mit. Man muss nur aufpassen, da am Wegesrand etliche Kühe liegen und es von Kuhfladen nur so wimmelt. Ach ja, sollte ich je behauptet haben, dass in Südindien nicht so viele Kühe auf der Straße leben, nehme ich das wieder zurück.
Der einzige Bundesstaat, indem wir keine Kühe auf der Straße gesehen haben ist Kerala.

In dieser Straße wohnen wir:

Ja, in der Lingam Road wollten wir immer schon mal wohnen ;-).

Einen Nachteil haben die heiligen Städte in Indien aber immer: es gibt nämlich kein Bier. Fleisch scheint es auch nicht zu geben, was uns ja nicht weiter stört, und in der German Bakery, die von Nepalesen geführt wird, gibts alles ohne Ei. Schmeckt aber trotzdem sehr sehr lecker und der Blick auf den Berg von der Terrasse aus ist toll. Da kann man es schon mal aushalten.

Außerdem musste mal wieder ein praktisches Problem gelöst werden. Als wir nämlich einer Kuh auswichen, kam ein Tuk Tuk laut hupend um die Ecke und vor Schreck bin ich Christian ganz blöd auf den Fuß gestiegen oder fast gehüpft und jetzt sind seine Flip Flops kaputt. Also gehts in die Stadt und zum Schuhkauf. Christian wird auch fündig, muss aber ganz schön viele probieren, bis mal einer passt, da die hier recht wenige in für uns normalen Größen haben.

Einen Tempel gibts natürlich auch, den Arunachaleswara Tempel. Ich weiß nicht, hat irgendwer mitgezählt? Aber uns langts jetzt was Tempel angeht und so sind wir recht schnell wieder draußen und haken das Thema Tempel für diesen Urlaub mal ab. So sah er aus:

Hier gibts ja einige Ashrams. Und da man da rein schauen darf, machen wir das einfach mal. Vielleicht sollten die im Eingangsbereich einfach Schilder aufstellen, auf denen steht, dass man seine Schuhe ausziehen muss, dann müssten sie uns jetzt nicht hinterherrennen und wild gestikulieren. Einen Bookshop gibts auch. Also in diesem Ashram einen recht kleinen, da gibts Bücher über alle möglichen heiligen Männer, die man teilweise auch bei uns kennt und hinten links sehen wir ein bekanntes Gesicht. Also ein Gesicht, das jeder kennt, aber man bei uns nie sieht. Umrandet von indischen Schriftzeichen prangt dort das Antlitz von A. H. Ich mein, wir haben mittlerweile verstanden, dass die Inder meinen, Dank dem Krieg zwischen den Deutschen und den Briten haben sie ihre Unabhängigkeit wieder erhalten. Meines Erachtens ein klassischer Fall von mißverstandener Geschichte. Aber die Biografie von A. H. (ich mag den Namen nicht ausschreiben) in einem Ashram??!! Neben den Büchern von Sri Ramana Maharshi und zig anderen Yogis. Ich konnte es nicht lassen und habe den Shopbetreiber angesprochen, aber er kann da natürlich nichts dafür, meint er, denn es gab eben Nachfragen und deshalb hat er das Buch besorgt. Interessantes Klientel haben die hier, die meditieren also über den Frieden und lesen während der Ruhezeiten die Biografie von A. H.??!!
Von mir hat das Ashram nun einen neuen Namen bekommen: Ashram of Evil ;-) !!! Es handelt sich hier um das Sri Seshadri Swamigal Ashram.

Am nächsten Morgen gehen wir dann pilgern. Jeden Monat bei Vollmond gibt es nämlich eine 14 km lange Prozession. Wir besorgen uns die Karte und gehen den kürzeren Weg am Berg entlang. Das ist mal schön ruhig, abseits vom ganzen Trubel und macht richtig Spaß! Damit man sich nicht verläuft, muss man einfach auf die Zeichen auf den Steinen achten:

Shiva-Zeichen als Wegweiser
Shiva-Zeichen als Wegweiser

Wieder zurück schauen wir uns noch das Sri Ramana Ashram an. Es ist das größte Ashram hier und ist Sri Ramana Maharshi gewidmet, der hier in Tiruvannamalai gelebt hat und dessen Urne auch im Ashram begraben ist. Nicht zu verwechseln mit Maharishi, den die Beatles bei uns bekannt gemacht haben.
Auch hier schauen wir uns den Bookshop an, dieser hat ausschließlich Bücher von bzw über Maharshi.
Eines nehmen wir uns mit, dann wirds aber allerhöchste Zeit für einen (kurzen) Mittagsschlaf ;-)

 

Fotos gibts hier, hier und hier,

 

 

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Di

24

Dez

2013

Pondicherry, Chidambaram, Kumbakonam, Thanjavore

Pondicherry gefällt uns sehr gut. Es hat noch einen französichen Flair und am Sonntag ist auch der Verkehr mal etwas ruhiger als sonst. Wir sind wie immer einfach mal losgelaufen und genießen das Klima hier. Es ist nämlich nicht extrem heiß, sondern unglaublich angenehm warm. Nach einer Stärkung im Art-Cafe gehts am Ufer entlang:

 

Dann landen wir im Ashram, also kurz, und erfahren so von "der Mutter" und Sri Aurobindo, die hier ein Ashram gekründet haben und die geistigen Eltern von Auroville sind. Der einzige Tempel in Pondi ist leider wegen Renovierung oder so geschlossen, so laufen wir noch durch den schönen Park und schauen uns eine der Kirchen von Innen an. Abgesehen von einer Krähe, die sich hierher verflogen hat, ist es auch ganz spannend die Einheimischen zu beobachten. So sitzt in einer der vorderen Reihen ein junger Inder, der nach seinem Gebet vor dem Altar auf die Knie fällt, wieder aufsteht und dann die Füße der Statuen berührt.

Auroville müssen wir natürlich auch sehen. Dort leben ca. 2.000 Aussteiger, die das geistige Erbe der Mutter zu leben versuchen. Für Neugierige wie uns gibt es ein Besucherzentrum. Neben einer Ausstellung und ein paar Shops gibt es auch ein (heiliges oder besser kontemplatives) Gebäude, das Matrimandir. Man darf es aber nicht einfach so besichtigen, sondern muss vorher einen kurzen Film anschauen. In diesem Film werden die Regeln erklärt, an die man sich halten muss, wenn man hier leben will und die Entstehungsgeschichte des Matrimandir. Dann bekommt man eine schriftliche Genehmigung und darf zu dem Aussichtspunkt laufen. So sieht das Matrimandir aus:

 

Wenn man rein will, muss man einen extra Termin ausmachen. Wir beschliessen, dass uns das so schon reicht und schauen uns noch den Rest an. Da hier recht viele Deutsche leben gibts leckeren Kuchen mit gutem Chai und die Läden haben schon ganz nette Sachen.

Am nächsten Tag gehts wieder weiter mit dem Bus, diesmal in die "Shiva-Stadt" Chidambaram.

 

Dort haben wir Glück, es ist nämlich gerade ein Festival, was andererseits auch wieder kein Glück ist, denn wir bekommen einfach kein vernünftiges Zimmer, sondern müssen mit dem vorliebnehmen, indem nicht mal die Inder übernachten wollen, so zumindest unsere Theorie! Und das sieht so aus:

 

So leicht wollen wir aber nicht aufgeben und fragen noch ein bißchen rum. Hier sind recht wenig (westliche) Touristen und die Englischkenntnisse der Einheimischen sind teilweise recht schlecht. (little English, wie die Inder dann immer sagen) Und so kommt es manchmal zu recht konfusen Dialogen:

Christian: We are looking for a room.
Typ an der Rezeption: Today everything full, Sir.
Christian: and tomorrow?
Typ an der Rezeption: Tomorrow we have a room.
Claudia: Great, we take it!
Typ an der Rezeption: Oh no today everything is full.
Christian: ok, but tomorrow?
Typ an der Rezeption: Tomorrow not everything full.
Christian: can we make a reservation for tomorrow?
Typ an der Rezeption: no, everything full today!
Christian: yes, but tomorrow?
Typ an der Rezeption: Tomorrow?
Christian: Yes!!!
Typ an der Rezeption: At what time tomorrow?
Christian: At what time is a room free?
Typ an der Rezeption: today everything full!

Dann hat sich die Inderin, die auch da war eingemischt und wir konnten für den nächsten Tag reservieren. Geht doch ;-)

Ziemlich amüsiert verlassen wir die Rezeption und sind froh, dass wir morgen umziehen können. Aber jetzt gehts erstmal zum Shiva Tempel. Zum größten Shiva Tempel Indiens. Es ist die Hölle los und schon der Hinweg ist ein einziges Chaos voll mit Menschen, Radlern und Mopeds, was das ganze recht anstrengend macht. Im Tempel, in dem wir uns fast verlaufen ist auch jede Menge geboten:

 

Und wie immer, dürfen wir zig Fotos machen:

 

Wir gönnen uns danach noch ein leckers Essen. Werden mal wieder darauf hingewiesen, dass Chilly Parotta scharf ist, was es aber witzigerweise nie ist und ordern dann in unserer Absteige ein Bier, irgendeinen Vorteil muss das Zimmer doch auch haben! Den Antennenstecker bearbeiten wir noch so lange mit Panzertape, bis Movie Star fast ohne Rauschen geht und machen uns so noch einen netten Abend. Also fast, denn zu dieser Absteige gehört auch eine Bar, daher funktioniert der Bierservice sehr gut, aber daher wohnen hier auch fast nur Männer, die den Service die halbe Nacht nutzen. So ist auf dem Gang fast die ganze Nacht halli galli angesagt und sogar mit Ohropax ist man immer noch live dabei. Die Meisten haben ihre Zimmertüren offen, liegen im Bett und der Fernseher läuft auf voller Lautstärke. Aber auch solche Nächte gehen vorbei.

Am nächsten Tag ziehen wir dann um und fühlen uns gleich pudelwohl.
Wir sind ganz in der Nähe von Vaithisvarankoil, der Hauptstadt der Palmblattbibliotheken. Aber erstmal wollen wir dringend telefonieren und müssen feststellen, dass es hier einfach kein "ISD" gibt, also internationale Gespräche nicht möglich sind. So begnügen wir uns mit den nationalen Möglichkeiten, weil wir noch einen Termin in einer Palmblattbibliothek ausmachen wollen, Wir landen dann in einem Shop, in dem keiner englisch spricht, sie nehmen aber gerne unseren Zettel, geben ihn auch von einem zum anderen und versuchen eine Verbindung aufzubauen, was leider nicht funktioniert. Die Nummer, die ich aus dem Internet habe, scheint nicht mehr aktuell zu sein. So beschliessen wir einfach mal hinzufahren und zu schauen, irgendwas wird schon gehen.

So fahren wir wiedermal mit dem Bus und kommen auch gut in Vaithisvarankoil an. Dort gibt es nicht nur einen, dort gibt es 100 Nadi Reader, also Leute, die (behaupten) aus Palmblättern lesen (zu) können. So landen wir ganz willkürlich bei einem und es geht los, wie wir es schon öfter gehört haben. Nämlich mit unseren Geburtsdatum und dem Daumenabdruck, den rechten von Christian und dem linken von mir. Ich bin als erstes dran und das "Ratespiel" beginnt. Erste Frage bzw. Feststellung war: you are born in a hospital? Herrlich! Wo auch sonst! Nach langem hin und her finden sie auch "mein" Palmblatt. Als nächstes wird Christians Palmblatt gesucht und auch hier werden sie recht schnell fündig.
Daraufhin folgt die Lesung. Es ist echt lustig, weil einer liest und ein anderer übersetzt es ins Englische. Sie erklären mir dann, dass mein Fingerabdruck die Form einer Lotusblüte hat, ob das die Amerikaner auch schon bemerkt haben??!!

Ziemlich amüsant ist die Geschichte meines früheren Lebens, dort war ich angeblich in Sri Lanka Tochter eines Brahmanen, habe aber wohl meine Familie nicht besonders geehrt und irgendwann die Donations, also die Spenden für den Tempel gestohlen und mir damit ein Haus gebaut. Dem nicht genug, habe ich bei diesem Hausbau das Haus einer Schlange zerstört und die Schlange wohl gleich mit. Tja und daher habe ich in diesem Leben ein eher schlechtes Karma, denn die Schlange scheint das persönlich genommen zu haben.
Davon einmal abgesehen werde ich mit 40 ein Buch schreiben, mit 50 nen Orden bekommen und mit 60 nochmal hier vorbeischauen, ja und älter als 86 werde ich auch. Was will man also mehr?!

Christians zukünftiger Lebensweg sieht laut dem Nadi Reader so aus (Kurzform):
- im Alter von ca. 50 Jahren wird er ein Meditations- und Yogalehrer
- irgendwann zwischen seinem 60. und 62. Lebensjahr wird er einen Tempel bauen und
- da er in seinem vorherigen Leben (und in diesem natürlich auch) ein so guter Mensch war, hat er ein unglaublich gutes Karma und wird nicht mehr reinkarnieren.


Wieder zurück in Chidambaram schauen wir beim Tempelfest vorbei. Heute steht alles unter dem Motto Tanz:

 

Am nächsten Tag packen wir mal wieder unsere Rucksäcke und fahren gemütlich mit dem Bus nach Kumbakonam. Dort checken wir ein und schauen uns ein paar der vielen Tempel an, die es in dieser Stadt gibt. In einem der Tempel steht ein Elefant, den man füttern kann. Wir sind schwer beeindruckt. Aber leid tut uns der Elefant schon auch!

 

Beim Heimweg waren wir spontan shoppen und sind nun stolze Besitzer indischer Kleidung!

Am nächsten Morgen hat Christian Halsweh, aber zum Glück ist die Apotheke gleich nebenan und während er sich noch ein bißchen ausruht, mach ich mich auf den Weg nach Dharamsula. Dort soll es nämlich einen sehr schönen Tempel geben:

 

Hier in Indien ist es fast überall üblich, dass man ein Zimmer für 24 Stunden bekommt. D.h. genau 24 Stunden nachdem man eingezogen ist, muss man spätestens ausziehen. So packen wir, als ich wieder da bin und fahren dann am frühen Nachmittag mit dem Bus weiter nach Tanjore. Langsam werden wir mutiger und es gibt nach dem Abendessein einen "Straßennachtisch":

 

Das sieht jetzt vielleicht nicht unbedingt so aus, ist aber unglaublich lecker!

In Tanjore besichtigen wir den City Palace und den Tempel, also den Brihadishwara Tempel, der ist nämlich Weltkulturerbe und dort ist auch jede Menge los:

 

Fotos gibts hier, hier, hier und hier

 

 

 

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So

15

Dez

2013

2013 Singapur - Indien

Am 7. Dezember war es endlich soweit und wir fuhren Vormittags mit dem Flughafen-Shuttle nach München.

Dort lief alles noch nach Plan:

Das Boarding war wie immer fast pünktlich (ca. 14:10) und wir hatten Glück, nämlich 3 Plätze für uns 2. Ja und dann dauerte es und dauerte bis die Durchsage des Piloten kam. Es gab nämlich Probleme mit der Elektronik und man musste das Flugzeug schnell mal ganz ausmachen und alles neu starten (booten), dauert ja auch nur 30 Minuten.... da das Problem immer noch da war, wurden wir so um 17 Uhr wieder ausgeladen und weiter ging es so:

5 Stunden Ausharren am Gate bis wir erfahren, dass wir die Nacht im Kempinski verbringen dürfen, da es wohl noch dauert, bis das Ersatzteil eingebaut wird.
1 Stunde Anstehen beim Check In im Kempinski (die Stunde ging aber recht schnell rum, da wir uns sehr gut mit Sani, Nen und Ammar unterhalten und uns auch gleich zu einem Mitternachtssnack verabreden)
 Um 1 Uhr fallen wir totmüde ins Bett, müssen aber früh wieder raus, da wir alle um 8 Uhr wieder beim Check in sein sollen.

Wenigstens scheint der Flieger wieder zu fliegen und so gehts in

  • 5 Stunden nach Doha, dort müssen wir
  • 7 Stunden warten (immerhin in der Lounge von Qatar), bevor es in
  • 7 Stunden nach Singapur geht (genau 24 Stunden später als geplant)

Somit wird es nichts mit unserem Singapurtag, sondern wir haben gerade mal

19 Stunden Zeit, bis zum nächsten Flug.


Fix und fertig:

checken wir hier ein:

 

besuchen noch eine Garküche:

und schlafen dann 10 Stunden, bis der Wecker morgens um 5 Uhr klingelt und es wieder zum Flughafen geht.

Nach weiteren knapp 4 Stunden Flug landen wir in Chennai und haben keine Ahnung mehr welcher Tag überhaupt ist!


Da wir ja im Urlaub sind, ruhen wir uns erstmal ausgiebig aus!

Im Hotel fragen wir dann, wo das Essen gut ist und arbeiten uns durch das Großstadtchaos. Der Verkehr ist einfach wahnsinn, aber es funktioniert und irgendwie ist alles immer im Fluß und auch wir schaffen es über zig Straßen zu kommen.

 

Da wir etwas früh dran sind, gibt es nur die "kleine Karte". Als ich Mixed Vegetable Paratha (keine Ahnung, was das genau sein soll) bestelle, meint der Ober, das wäre scharf. Auf Nachfrage, wie scharf denn, empfiehlt er mir was anderes. Aber nein, gerade jetzt will ich das erst recht. Vielleicht sollte der mal bei uns vorbeikommen, wenn Christian kocht. Das Gericht ist schon scharf, aber bei weitem noch nicht zu scharf, dafür aber soooo lecker, dass wir gleich noch eine Portion bestellen!

 

Am nächsten Tag fahren wir mit einem Taxi nach Mamallapuram und mieten uns hier ein:

 

 

besuchen Shivas Butterball:

 

die 5 Rathas:

 

verbringen einen Tag im strömenden Regen und mit viel Wind:

 

und fahren noch zur Crocodile Bank:

 

Weiter gehts mit dem Bus:

cockpit
cockpit
Bus
Bus

 

das dauert nur manchmal bis einer kommt:

Bushaltestelle
Bushaltestelle

 

der bringt uns auch schnell, laut und gut nach Pondicherry:

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