Flores

Teil 2: Wo ist Arnold? Und schöne Tage auf Flores!

Eigentlich hätte sich Arnold schon lange bei uns melden sollen, daher checken wir gleich mal unsere Mails und finden dabei hier im Gästebuch einen Eintrag von ihm. Daraufhin versuchen wir ihn übers Handy zu erreichen und schreiben ihm per SMS unserer indonesischen Nummer. Aber nichts passiert. Langsam machen wir uns Sorgen.

Am nächsten Tag wird in Jakarta das Ergebnis der Klage des Kanditaten, der die Wahl vor ein paar Wochen verloren hat bekannt gegeben. Wie wir schon gehört haben, wurden dafür über 20.000 Soldaten abkommandiert, falls es zu Unruhen kommt. Da wir heute jede Minute mit Arnold rechnen, bleiben wir nach dem Frühstück erstmal im Zimmer und warten, lesen und chillen. Am frühen Nachmittag wagen wir uns dann doch vor die Tür und laufen ein paar Straßen weiter, wo wir uns in ein Restaurant setzen. Kaum haben wir etwas zu Essen bestellt, kommt eine SMS von Rina: Sie schreibt, dass die Entscheidung des Gerichts gleich verkündet wird und es daher sicherer für uns ist, wenn wir jetzt in unserem Zimmer sind. Naja, so weit haben wir es ja nicht. Wir essen erst mal und machen uns dann auf den Weg zurück.

In der Straße sind gerade alle Geschäftsinhaber dabei ihre Sachen nach Innen zu räumen und alles zu verbarrikadieren. Eine Straße weiter stehen viele Polizisten und Militärfahrzeuge und die Stimmung ist seltsam. So sind wir recht froh, als wir unsere Unterkunft wieder erreichen. Blöd ist nur, dass wir die Nachrichten im Fernseh nicht verstehen und wir im Internet nichts dazu finden können. Von Arnold immer noch kein Lebenszeichen. Morgen fliegen wir ja zusammen über Bali nach Flores, spätestens am Flughafen müssen wir uns ja treffen.

Unser Flug nach Flores über Bali startet am nächsten Tag um 7:20 Uhr. So organisieren wir ein Taxi für 4:45 Uhr. Am Flughafen treffen wir dann endlich auch Arnold. Er hat auf der Fahrt zum Münchner Flughafen sein Handy im Auto verloren und daher auch unsere indonesische Nummer nicht mehr und meine SMS ging somit ins Leere. Wir sind alle sehr froh, uns getroffen zu haben! Jetzt kann es losgehen.
Am Flughafen von Maumere werden wir von Arnolds Eltern, einem seiner Brüder und einer Schwester abgeholt. Wir fahren erstmal zu einem Onkel und werden auch dort unglaublich freundlich empfangen und es gibt erstmal Getränke und Kuchen. Die erste Nacht bleiben wir noch in Maumere. Wie schon vor 2 Jahren steigen wir hier im Sea World Club ab. So hat Arnold Zeit für seine Familie und wir genießen derweil das schöne Ambiente hier.

Am nächsten Tag holt Arnold uns ab und wir fahren zu seinem Dorf Eputobi. Eputobi liegt nochmal über 150 km weiter im Osten. Wir sind etwas über 2 Stunden unterwegs. Das macht auch diesmal wieder viel Spaß, weil die Landschaft hier einfach wunderschön ist. Man fährt mitten durch den Dschungel!
In Eputobi werden wir zuerst von mind. 20 Kindern begrüßt, da fast alle Geschwister samt Familie und auch sonst noch ein paar Verwandte da sind. Nach ein paar Tagen kann ich mir auch fast merken wer in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis zu wem steht.

Nach unserer ersten Nacht hier ist Sonntag und heute geht es erstmal in die Kirche. Nach dem Gottesdienst machen wir noch ein paar Fotos mit den vielen Kindern:

Danach wird das Haus von Arnolds Eltern gesegnet und daher sind heute auch viele viele Verwandte und Besucher da und es gibt viel Kuchen und ein leckeres Essen. Bei uns würde man bei so vielen Leuten nicht selbst kochen, aber hier schaffen sie es mit recht einfachen Mitteln alle satt zu bekommen. Wir sind schwer beeindruckt und fühlen uns sehr wohl. Sprachlich ist es ein bißchen schwierig, da hier fast keiner englisch spricht und unser indonesisch zwar reicht um touristisch gut durchzukommen, aber komplexere Dinge überfordern uns (noch).

Die nächsten Tage vergehen wie im Fluge:

Wir wandeln auf Pippi Langstrumpfs Spuren im Takka Tukka Land, das tatsächlich Larantuka heißt:

machen eine wunderschöne Bootsfahrt:

baden im türkisfarbenen Meer:

und sind bei Arnolds Verwandten gern gesehene Gäste. Uns gefällt das alles sehr sehr gut und so vergeht die Woche fast ein bißchen zu schnell. An einem Tag sind Arnold und Christian beim Wasserrohre verlegen im Dschungel dabei. Ein Projekt, das mit Spendengeldern finanziert wird.

Ich finde es ja fast nicht vorstellbar, dass es in Eputobi erst seit 2013 eine Stromleitung gibt und fließendes Wasser ist hier auch noch nicht überall selbstverständlich. Falls ihr also mal nicht wisst, für was ihr spenden wollt, können wir gerne den Kontakt zu Arnold herstellen. Denn hier geht kein Cent in irgendwelche Verwaltungen, sondern es kommt alles da an, wo es auch gebraucht wird und man kann, wenn man will selbst vorbeikommen und mithelfen ;-)! Während also Arnold und Christian einen sehr sehr anstrengenden Tag verbringen, werde ich von Arnolds Familie mehr als umsorgt!
An unserem letzten Abend kommen nochmal einige Geschwister und Verwandten, um uns zu verabschieden:

Wir sind sehr sehr gerührt und hoffen, dass wir in den kommenden Jahren hier mal wieder vorbei kommen werden. Am nächsten Morgen bringen uns Arnold und seine Eltern zum Flughafen nach Maumere. Auf dem Weg machen wir noch Halt an einer Schule, die auch durch Spendengelder aufgebaut wurde, und deren Finanzierung mittlerweile die Regierung von Indonesion übernommen hat:

Aber dann heißt es wirklich Abschied nehmen. So geht es mit Nam Air wieder zurück nach Denpasar (Bali).

 

Bilder gibt es hier: Bilder

 


Hier ist ein Video, mit dem wir den Verbleib der Spendengelder, die Arnold mit den Martinskindern gesammelt hat, dokumentiert haben:

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