Bali, Insel der Götter

Wir landen planmässig kurz vor Mitternacht in Jakarta und die Einreise nach Indonesien verläuft recht unspektakulär. Unser Weiterflug ist erst um 7:30 Uhr und wie sich herausstellt, sind wir nicht die einzigen, die die paar Stunden am Flughafen überbrücken müssen. Auch Dora hat morgens ihren Weiterflug und bei der einzigen Sitzgelegenheit, einer Art Theke an einem Mini-Supermarkt sitzen wir die nächsten Stunden zu 7. rum und verbringen die Zeit mit Ratschen und Tiramisu-Kaffee oder Bier trinken. Mit dem Flughafenshuttle fahren wir gegen 4 Uhr zum nationalen Abflug, wo wir uns in ein Restaurant setzen, indem es für 5 Euro pro Nase ein Frühstücksbuffet und (mir viel wichtiger) bequeme Sessel gibt. Prompt verschlafe ich da die nächste Stunde! Als erstes fällt uns eines auf: die Menschen gehen hier wieder viel viel freundlicher mit uns um und lächeln auch mal!

Gegen Spätvormittag landen wir auf Bali und wollen nur noch eins: ein Bett und zwar bitte schnell. So nehmen wir uns ein Taxi in die am nächsten gelegene Stadt und landen so in Kuta. Kuta ist der Ballermann der Australier und so gehts dort auch zu. Die Zimmersuche wird auch fast schwieriger als geplant, aber wie immer hat Christian ein gutes Händchen dafür und findet ein super Zimmer zu einem guten Preis. Ich lande komischerweise jedesmal, wenn ich alleine suche in den teuren ganz schlechten Zimmern??!! Die perfekte Rollenverteilung sieht also so aus: ich sitze im Cafe und Christian klappert derweil die Guesthouses ab. Mag er zwar nicht so gern, funktioniert aber perfekt ;-)!!!

Aber zurück zu Kuta: Kuta ist laut, nervig, voll und gefällt uns überhaupt nicht! Genaugenommen ist das der schlimmste Ort, seit wir unterwegs sind!! Daher fahren wir, als wir ausgeschlafen haben mit dem Shuttlebus weiter nach Ubud. In Ubud quartieren wir uns erst in der Nähe des Monkey-Forests ein und lassen uns dann ein bißchen durch den Ort treiben. Es ist hier definitiv besser als in Kuta, aber immer noch sehr touristisch! Was wohl auch daran liegt, dass hier, wie Dora schon meinte, viele "Eat Pray Love-Touristinnen" unterwegs sind. Als extrem empfinden wir den Straßenverkehr, der teilweise mehr steht als fährt, obwohl wir ja gerade mal Nebensaison haben, wie das in der Hauptsaison erst zugehen muß.....

Um ein bißchen aus dem Trubel rauszukommen, suchen wir uns ein Zimmer mit toller Aussicht:


Leider ist das Wetter nicht besonders gut und es regnet fast jeden Tag. Wir verbringen die nächsten Tage mit Sightseeing in und um Ubud, shoppen oder auch mal einfach mit purem Nichtstun.  

Für einen Tag nehmen wir uns ein Taxi und fahren zu den Tempeln um Ubud und den Berg Batur. Die Tempel an sich sind ganz nett, aber wenn man schon den einen oder anderen Tempel gesehen hat nix besonderes. Auffallend anders sind jedoch die Skulpturen in den Tempeln, die sind teilweise richtig gruselig:

 

Unterwegs landen wir bei einem für die Gegend typischen Touri-Nep, dem "Coffee-Break". Wir gehen durch einen Gewürzgarten und bekommen die Tierchen zu sehen, die Kaffeebohnen essen, die, wenn wieder ausgeschieden, gesäubert und geröstet, richtig teuer sind. Das lassen wir uns nicht entgehen und teilen uns eine kleine Tasse dieses schonmal verdauten Kaffees für fast 5 €. Der Chilli-Schokolade für umgerechnet fast 10 € können wir dagegen sehr gut widerstehen. Auf Nachfrage, warum denn 100 Gramm Schokolade mehr kosten, als ein indonesisches Abendessen für zwei, bekommen wir erklärt, dass alles organisch ist. Ja klar! Und solange es Dumme gibt, die hier wirklich einkaufen, werden die Preise auch so bleiben. Aber egal, so läufts einfach in den meisten touristischen Gebieten Asiens.


Alles in allem kann ich mich des Gedankens nicht verwehren, ob es hier den Göttern nicht dann und wann auch zuviel wird. Die Balinesen sind sehr freundlich, aber wir haben den Eindruck, dass hier mitunter doch (auch) eher der schnöde Mammon angebetet wird. Wie auch immer. Da wir langsam aber sicher wirklich keine Lust mehr auf Tempel und Sightseeing haben, wirds Zeit, dass wir mal wieder ans Meer kommen. Daher machen wir uns auf den Weg Richtung Gili Meno.

 

 

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