Kong Lo

Kong Lo oder "Urlaub auf dem Bauernhof"

Wiedermal gings mit dem Bus weiter. Diesmal sind fast keine Touristen dabei, denn sonst wär die 1. Toilettenpause bestimmt anders verlaufen. Denn da war ne Pause mitten in der Pampa, nur leider keine Toiletten, was für die Einheimischen absolut kein Problem darstellt, die verteilen sich mal schnell um den Bus und schon kanns weiter gehen! Nach so 7 Stunden war Endstation. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn hier hört auch die Straße auf! Aber die Fahrt hat sich gelohnt, die Landschaft ist herrlich:

 

Wir sind in Kong Lo, einem kleinen Dorf. Hier gibt es fast keine Autos und Mopeds, dafür viele Hennen und Hähne, Hunde, Kinder, Traktoren und die freundlichsten Menschen, die wir bis jetzt in Laos getroffen haben. Jeder, der einem auf der Straße begegnet grüßt und auch an jedem Haus hören wir gleich ein "Sabaaidiii", wenn wir vorbeilaufen.

Hier gibt es eine über 7 km lange Höhle, durch die man mit einem Boot fahren kann. Dafür werden wir mit Rettungswesten und Stirnlampen ausgerüstet und schon kanns losgehen. Man muss in die Höhle reinlaufen, dort steigt man in das ganz einfache Boot ein und die "Reise zum Mittelpunkt der Erde" kann beginnen. Da die Augen etwas brauchen, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, fährt man quasi ins Stockdunkle. Nach so 10 Minuten wird das Boot angehalten und man steigt an einer Sandbank aus. Hier geht es zu Fuß weiter, durch Stalaktiten hindurch, die blau beleuchtet werden:

 

Der eine Bootsmann, macht für uns immer die Lichter im jeweiligen Abschnitt an und aus und führt uns per Handzeichen durch die Höhlenwelt, der andere Bootsmann wartet derweil beim Boot. Nach dem Stalaktitenwald geht die Fahrt weiter durch diese faszinierende Höhle, die nur von unseren Stirnlampen erleuchtet wird. Nach einiger Zeit landen wir in einem Bereich, der die Ausmasse einer Kathedrale hat, so dass selbst unsere Lampen die Wände schier nicht erfassen und man das Gefühl hat, man ist wieder draussen und es ist Nacht. Zwischendurch müssen wir immer mal wieder aussteigen und kurz durch das Wasser waten, weil es zu seicht für das Boot ist. Tiere sehen wir keine, obwohl unser Reiseführer von extrem großen Spinnen erzählt! In der ganzen Zeit sind uns gerade mal 4 andere Boote entgegengekommen, so dass wir immer wieder eine gefühlte Ewigkeit ganz alleine durch diese Höhle fahren! Irgendwann nach einer Kurve sieht man Licht und wir kommen auf der anderen Seite des Berges wieder nach draussen. Dort machen wir kurz Halt und trinken zusammen mit unseren neuen laotischen Freunden, die leider unsere Sprache nicht sprechen eine Cola. Der Weg zurück ist mit der Strömung und geht fast zu schnell vorbei. Kurz überleg ich ja, ob wir die Fahrt morgen einfach nochmal machen. Nach über 2 Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt angelangt. Das war das mit Abstand abgefahrenste, was wir bis jetzt auf unserer Reise erlebt haben. Das Gefühl, wenn man dort ewig durch die Dunkelheit fährt und dabei die ganzen Felsen, Sand- und Steinstrände sieht ist unglaublich!

Da es uns hier so gut gefällt, bleiben wir noch 1 Tag länger, geniessen die Ruhe, die schöne Landschaft, die endlich wieder saubere Luft und laufen einfach ein bißchen durch die Gegend. Das Wegkommen scheint eh nicht so einfach zu sein, da uns jeder was anderes erzählt. Somit werden wir morgen um 6:30 Uhr einfach mal schauen, welcher Bus oder welches Sammeltuktuk in unsere Richtung fährt! Anspruchsvoll sind wir ja nicht, nach Süden wollen wir, alles andere ergibt sich dann schon!

 

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